Kununu Bewertung löschen – so geht es wirklich

Kununu gilt als die meistbesuchte Arbeitgeberbewertungsplattform im deutschsprachigen Raum. Über vier Millionen Bewertungen sind dort gelistet, Tendenz steigend. Für Unternehmen bedeutet das: Wer dort schlecht dasteht, verliert Bewerber, bevor das erste Gespräch stattgefunden hat. Besonders kleine und mittelständische Betriebe spüren das unmittelbar, weil ein einzelner schlechter Kommentar das Gesamtbild deutlich verzerren kann, wenn nur wenige Bewertungen vorhanden sind.

Die gute Nachricht ist, dass Kununu keine rechtlose Zone ist. Es gibt konkrete Wege, um Bewertungen entfernen zu lassen. Allerdings müssen Arbeitgeber verstehen, unter welchen Voraussetzungen das tatsächlich funktioniert und wo die Plattform erfahrungsgemäß Grenzen zieht. Auf pool-ratgeber.com werden Pools, Pooltechnik und Wasserpflege verständlich erklärt.

Wann eine Bewertung überhaupt löschbar ist

Nicht jede negative Bewertung lässt sich löschen, nur weil sie dem Unternehmen nicht gefällt. Kununu unterscheidet grundsätzlich zwischen Meinungsäußerungen und Tatsachenbehauptungen. Eine Aussage wie „Die Führungskultur war enttäuschend“ ist eine subjektive Einschätzung und damit vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung geschützt. Anders sieht es aus, wenn jemand behauptet, das Unternehmen zahle systematisch unter dem gesetzlichen Mindestlohn oder ein namentlich genannter Vorgesetzter habe Mitarbeitende diskriminiert.

Löschreife Bewertungen sind typischerweise solche, die:

  • nachweislich falsche Tatsachen enthalten
  • von Personen stammen, die nie Arbeitnehmer oder Bewerber waren
  • beleidigende oder diskriminierende Formulierungen enthalten
  • gegen die eigenen Nutzungsbedingungen von Kununu verstoßen
  • erkennbar von Mitbewerbern oder auf Auftrag verfasst wurden

Entscheidend ist dabei immer, ob man den Verstoß auch belegen kann. Bauchgefühl reicht nicht.

Der direkte Weg über Kununu selbst

Registrierte Arbeitgeber können auf ihrer Unternehmensseite bei Kununu jede einzelne Bewertung per Meldefunktion beanstanden. Das klingt einfacher, als es ist. Kununu prüft den Einspruch intern, kommuniziert dabei wenig transparent und lehnt viele Meldungen ohne ausführliche Begründung ab. Die Plattform hat ein wirtschaftliches Interesse daran, möglichst viele Bewertungen online zu halten, weil Reichweite ihr Geschäftsmodell trägt.

Wer meldet, sollte deshalb so konkret wie möglich formulieren. Statt „Diese Bewertung ist falsch“ besser: „Die Bewertung behauptet, unser Unternehmen habe im Jahr 2022 keine Überstunden vergütet. Laut unserer Lohnabrechnungen und den vorliegenden Zeiterfassungsdaten ist das nachweislich unzutreffend.“ Je präziser der Widerspruch, desto höher die Chance, dass Kununu nachgibt.

Die Bearbeitungszeit liegt erfahrungsgemäß zwischen zwei und sechs Wochen. Eine Garantie gibt es nicht.

Rechtliche Schritte als zweite Option

Wenn der interne Beschwerdeweg scheitert, bleibt der rechtliche Weg. Arbeitgeber können auf Basis des deutschen Äußerungsrechts gegen Plattformbetreiber oder Verfasser vorgehen. Grundlage sind vor allem Paragraf 823 und Paragraf 1004 BGB analog, kombiniert mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht. Bei falschen Tatsachenbehauptungen besteht ein Anspruch auf Unterlassung und Löschung.

Wer die rechtlichen Möglichkeiten und den konkreten Ablauf eines solchen Verfahrens verstehen will, kann sich zunächst auf spezialisierten Informationsportalen orientieren und dort mehr erfahren, bevor er eine anwaltliche Beratung in Anspruch nimmt.

Eine einstweilige Verfügung ist das schnellste Mittel, wenn die Bewertung unmittelbaren Schaden verursacht, etwa weil sie kurz vor einer wichtigen Recruiting-Kampagne erscheint. Sie kann binnen weniger Tage erlassen werden, setzt aber voraus, dass der Sachverhalt eindeutig und der Schaden konkret darlegbar ist. Hauptsacheverfahren dauern deutlich länger, sind aber bei grundsätzlichen Streitigkeiten manchmal unvermeidbar.

Was Arbeitgeber vorab dokumentieren sollten

Ob der interne oder der rechtliche Weg gewählt wird: Ohne Dokumentation läuft beides ins Leere. Folgende Maßnahmen helfen dabei, eine Grundlage zu schaffen:

  • Screenshot der Bewertung mit Datum und URL sichern, am besten notariell beglaubigt oder zumindest mit Zeitstempel versehen
  • Zeitraum der behaupteten Ereignisse eingrenzen und mit Personalakten abgleichen
  • Prüfen, ob die beschriebene Situation überhaupt mit der Betriebsrealität vereinbar ist (Betriebsgröße, vorhandene Abteilungen, Arbeitszeiten)
  • Interne Kommunikation sichern, wenn sie den behaupteten Sachverhalt widerlegt

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein mittelständisches Logistikunternehmen mit 40 Mitarbeitenden erhielt eine Bewertung, in der von „wöchentlichen Massenentlassungen“ die Rede war. Da das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren nachweislich keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen hatte, war der Widerspruch zur Realität dokumentierbar. Kununu entfernte die Bewertung nach einer fundierten Meldung innerhalb von drei Wochen.

Stellungnahmen als taktisches Werkzeug

Während ein Löschantrag läuft oder wenn er scheitert, ist die öffentliche Arbeitgeberantwort ein unterschätztes Instrument. Kununu erlaubt es registrierten Unternehmen, auf jede Bewertung zu antworten. Diese Antwort sehen alle Besucher der Seite.

Eine gut formulierte Stellungnahme sollte sachlich bleiben, konkrete Punkte der Kritik adressieren und keine emotionalen Angriffe enthalten. Sie sollte außerdem zeigen, dass das Unternehmen die Rückmeldung ernst nimmt, ohne dabei Dinge zuzugeben, die nicht zutreffen. Bewerber, die beide Seiten lesen, bilden sich in der Regel ein differenzierteres Urteil als solche, die nur die Bewertung sehen.

Gleichzeitig ist die Stellungnahme kein Ersatz für aktives Reputationsmanagement. Wer dauerhaft nur auf Einzelfälle reagiert, verliert das große Bild aus dem Blick.

Langfristig: Mehr gute Bewertungen statt weniger schlechte

Die wirkungsvollste Strategie gegen eine oder zwei negative Bewertungen ist schlicht: mehr authentische positive Bewertungen. Unternehmen, die aktiv zufriedene Mitarbeitende um eine Bewertung bitten, verschieben den Durchschnitt merklich. Schon fünf neue Vier-Sterne-Bewertungen können eine einzelne Ein-Stern-Bewertung optisch erheblich abfedern.

Wichtig dabei ist die Transparenz: Kununu verbietet es, Bewertungen zu kaufen oder Mitarbeitende unter Druck zu setzen. Wer das tut und erwischt wird, riskiert eine Sperrung des Unternehmensprofils. Erlaubt ist dagegen, im Mitarbeitergespräch darauf hinzuweisen, dass eine ehrliche Bewertung willkommen ist, oder es in den Offboarding-Prozess zu integrieren.

Wer Kununu-Bewertungen systematisch im Blick behalten will, sollte einen festen Rhythmus etablieren, zum Beispiel eine monatliche Sichtung, und intern klären, wer für Meldungen und Antworten zuständig ist. Je schneller auf problematische Inhalte reagiert wird, desto besser.

Eine Kununu-Bewertung zu löschen ist kein Selbstläufer, aber auch keine Unmöglichkeit. Wer strukturiert vorgeht, die richtigen Informationen sammelt und die vorhandenen Wege kennt, hat realistische Chancen auf Erfolg.

Markus Steinberg

Autor/in

Markus Steinberg ist Unternehmer, Business-Mentor und Vorstandsmitglied des BPT e.V. Mit zwei erfolgreichen Startup-Exits und einem breiten Netzwerk in der deutschen Business-Welt gibt er sein Wissen zu Gründung, Unternehmensführung und Business Development weiter.

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