Undichte Abwasserleitungen auf privatem Grund sind ein größeres Problem, als die meisten Hausbesitzer ahnen. Abwasser sickert ins Erdreich, belastet das Grundwasser und kann langfristig Gebäudeschäden verursachen. Kein Wunder, dass immer mehr Bundesländer die regelmäßige Überprüfung privater Kanalleitungen gesetzlich vorschreiben.
Was ist eine Dichtheitsprüfung?
Bei einer Dichtheitsprüfung wird ein Leitungsabschnitt mit Luft oder Wasser unter Druck gesetzt. Hält der Druck über einen definierten Zeitraum, gilt die Leitung als dicht. Bricht der Druck ein, liegt ein Leck vor – und der Techniker muss mit der Kamera nachmessen, wo genau.
Alternativ gibt es die optische Inspektion per TV-Kamera: Der Techniker wertet das Videomaterial aus und klassifiziert Schäden nach einer Norm (meist DIN EN 13508 Teil 2). Diese Methode ist schonender und liefert gleichzeitig eine vollständige Dokumentation des Rohrzustands.
Wer ist betroffen?
Die gesetzlichen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland erheblich. In Nordrhein-Westfalen gilt die Selbstüberwachungsverordnung (SüwVO Abw) seit 2009; dort müssen private Grundstücksentwässerungsanlagen in Wasserschutzgebieten sowie bestimmte Altlastflächen regelmäßig geprüft werden. Bayern, Hessen und andere Bundesländer haben ähnliche Regelungen auf Basis der jeweiligen Wassergesetze erlassen.
Generell gilt: Wer ein Haus verkaufen oder sanieren will, braucht zunehmend eine aktuelle Dokumentation des Kanalzustands.
Ablauf der Prüfung
Ein zugelassener Prüfer kommt auf das Grundstück und nimmt die Leitungsgeometrie auf. Dann folgt die eigentliche Prüfung – entweder Druckprüfung oder optische Inspektion. Das Ergebnis wird als Prüfprotokoll dokumentiert und dem Eigentümer ausgehändigt. Wenn Mängel vorliegen, ist der Eigentümer zur Sanierung verpflichtet.
Im Rhein-Main-Gebiet und dem angrenzenden südlichen Rheinland-Pfalz lässt sich Dichtheitsprüfung und Sanierung gut kombinieren: Ein einziger Betrieb bewertet den Zustand und führt die Sanierung durch. Informationen zu diesem kombinierten Ansatz finden sich in der Übersicht für Dichtheitsprüfung Frankfurt und die Nachbarregionen bei Rohrwerk24.
Kosten und Fördermöglichkeiten
Eine Dichtheitsprüfung kostet für einen typischen Einfamilienhaus-Anschluss (bis ca. 20 Meter) zwischen 150 und 400 Euro. Ist eine Sanierung nötig, kommen je nach Verfahren weitere Kosten hinzu. Einige Kommunen bieten Beratungsleistungen oder Förderprogramme an – es lohnt sich, beim jeweiligen Abwasserbetrieb nachzufragen.
Was tun bei Mängeln?
Wird eine undichte Stelle gefunden, gibt es zwei Wege: Punkt-Reparatur (Kurzliner) oder vollständige Strangsanierung. Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von Anzahl, Art und Lage der Schäden ab – und wird nach der Kamerainspektion vom Fachbetrieb empfohlen.
Fazit
Die Dichtheitsprüfung ist in vielen Fällen nicht mehr optional. Wer proaktiv handelt, hat die Wahl der Methode und des Anbieters – wer wartet, bis die Behörde anklopft, hat weniger Spielraum. Ein frühzeitiger Check lohnt sich also doppelt.